ubud zum balinesischen neujahr – eine geschichte für sich

bali. nach dem ursprünglichen, idyllischen sumatra und flores ein regelrechter kulturschock. schon der flughafen ist mit touristen überlaufen — nicht etwa mit einheimischen wie in bandung, sondern mit australiern, chinesen, europäern. ein taxi monopol, das sich auf flughafentransfers spezialisiert hat, will uns eine fahrt für 350’000 rupien andrehen. nein danke! etwas ausserhalb kriegen wir nach harten verhandlungen eine fahrt für 250’000. nach unserem erfahrungswert noch immer endlos überteuert. die fahrt führt durch über eine dreispurige, verkehrsreiche strasse, vorbei an übermenschlich grossen, poseidonartigen statuen und jeder menge häuer. häuser so weit das auge reicht. ubud ist schluchtig und eng. die sonne brennt herunter auf die staubige strasse, die bäume und gebüsche, die hinter hunderten von hotels, artsy fartsy restaurants und hippie-surfer shops, bars aus denen minimal electro dröhnt, auszumachen sind. ganze legionen an motorrädern mit coolen, braungebrannten twens und thirties (und anderem jung gebliebenen) in sweatshirts und sonnenbrille, mit bunten armreifen behängt, manche mit bärtchen, kreuzen unseren weg. vorbei an einem äusserts städtisch wirkenden, durchdesignten, veganen restaurant findet unser fahrer schliesslich — nach einigen ehrenrunden — unser hotel. hier kriegt man was geboten für sein geld. dafür habe ich ein händchen. rundes zimmer unter einem strohdach mit himmelbett in der mitte, rundum sicht auf die grosszügige veranda, wo das frühstück zur gewünschten zeit serviert wird, wonach der erfrischende pool mit wasserspeienden elefantenstatuen wartet. das personal ist super freundlich und wir fühlen uns sofort bestens aufgehoben. am zweiten abend werden wir vom chef, einem aus indien stammenden, charismatischen herrn mit langem weissem haar, zum „end of ramadan“ abendessen in seiner hippen roundbar eingeladen. 

   

 gleichzeitig feiern die balinesen neujahr, welches alle 220 tage stattfindet. hätten wir das gewusst, hätten wir wohl ein anderes reisedatum für bali gewählt. der gratis shuttle service vom hotel ins zentrum von ubud entpuppt sich abermals als reinfall. die strasse ist so verstopft, dass wir zu fuss schneller sind — wobei sich zig touristen und einheimische auf dem schlaglochübersähten, schmalen bürgersteig gegenseitig auf die füsse treten und gezwungenermassen anrempeln. einige tage später, am montag, welchen wir planmässig eigentlich bereits auf gili air hätten verbringen sollen, kehrt dann etwas ruhe ein und wir verlassen das hotel und fröhnen wie die übrigen touristen dem konsum von kleidung, schmuck, wohnaccessoires, gewürzen, kunstobjekten, kaffee, eiscreme, kuchen und spaghetti. 

das neujahr bringt aber auch den fakt mit sich, dass wir den hinduismus life miterleben. besonders die heiligen quellen, pura tirta empul, sind rege besucht von einheimischen in traditionellen gewändern, die ihre gebetsrunden abhalten und sich in der heiligen quelle waschen. auch erleben wir diverse traditionelle festumzüge — den schönsten auf dem heimweg mit dem scooter in der abenddämmerung durch palmhaine, reisfelder und kleine dörfer. als uns die andächtige parade an musizierenden männern entgegenkommt, sind wir gezwungen, am strassenrand anzuhalten und uns zu den daknienden, betenden frauen zu setzen.

   
   
das ästethische highlight bildet jedoch der sonnenaufgang auf mount batur, von wo wir einen atemberaubenden ausblick auf den batursee und das meer östlich von bali sowie die insel lombok haben. der 1717 meter hohe vulkan besitzt 9 krater und ist 26 mal ausgebrochen. das letzte mal im jahr 2000. noch immer quellt wasserdampf aus sämtlichen löchern hinaus, wessen wasser von der hiduistischen gemeinde als weihwasser verwendet wird. geschätzte 800 touristen und 200 guides (einen auf jeweils 4 personen) bilden eine endlose karawane durch die finsternis den berg hinauf. mit links legen wir innert 2 stunden 1000 höhenmeter zurück. erstaulich was man mitten in der nacht so leisten kann. 

   
   
am nachmittag lassen wir uns im hotel eine massage geben. die 6 tage gingen im flug vorbei, ohne dass wir gross etwas gemacht hätten — ausser natürlich essen, schlafen in unserem himmelbett (unter anderem einen tag krank, dvd schauend), baden im pool, spa treatments und shopping. 

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