Ein Tag in den Bergen von Sagada

Sanfte Morgenstimmung in Sagada

Ausblick vom Dach des Jeepneys, der uns hinunter nach Bontoc, der Zwischenstation auf dem Weg nach Banaue, bringt

Das weisse Licht des Morgens dringt durch unser Zimmerfenster und macht die verschnörkelten Gitter hinter dem weissen Vorhang sichtbar. Das monotone Brummen eines Generators dringt ins Zimmer, Kinder rufen einander Worte in Filipino zu, dazwischen bellt ein Hund. Der Tag in Sagada bricht heran. Wir lassen uns in Bana’s Cafe die Sonne auf den Bauch scheinen und trinken einen der berühmten Katzenkaffees – aus Bohnen, die Katzen gefressen und wieder ausgeschieden haben. Er schmeckt ganz gut. Ich würde ihn jedoch nicht als „the world’s best coffee“ beschreiben, wie die Australierin, die wir am Vortag bei der Degustation eines Beerenweins am Strassenrand kennengelernt hatten.
Mit einem Guide geht es vorbei an der Kirche, über den Friedhof, hinunter ins Echo Valley zu den „hanging coffins“. Das sind Gräber, die die Einheimischen an die Felswände und in – z.T. Eigenhändig in den Stein gemeisselten – Höhlen hängen. Gefährliche Unterfangen werden dabei praktiziert und um einige Stellen zu erreichen, wird der Körper des Toten von Helfer zu Helfer die Felswand hinunter geworfen. „Like football“, so unser Guide. Die kleinen Särge auf den Fotos beherbergen übrigens nicht Kinder, sondern wurden lediglich so klein angefertigt um Platz, Geld und Mühe zu sparen. Mittlerweile werden die meisten Toten auf dem Friedhof begraben, doch der letzte hängende Sarg wurde erst 2010 angebracht. „Wenn mein Grossvater sich ein hängendes Grab wünschen würde… Ich bin nicht sicher, ob ich dem Wunsch nachkommen würde“, sagt der Guide mit einem schelmischen Lachen.

Weiter geht es etwa 300 Meter entlang eines unterirdischen Flusses durch eine Höhle und zum Bokong Wasserfall, wo wir uns ein erfrischendes Bad gönnen. Eine Horde asiatischer Touristen tummelt sich unter Freudengeschrei um den kleinen, aber tiefen Pool. Ein kühner Klippenspringer, den in letzter Sekunde abermals den Mut verlässt, wird von der ganzen Horde angefeuert.

Abends spazieren wir durchs Dorf bis ans Ortsende, wo wir in Gaya’s abendessen. Wie ein Baumhaus lugt dessen Holzterrasse über den Hang hinaus und offenbart freie Sicht auf die Terrassenlandwirtschaft und die bewaldeten Hügel. Im Hintergrund ist leise Reggae Musik zu hören. Nach Einbruch der Dunkelheit machen wir uns auf den Rückweg ins Dorf. Das Zirpen der Zikaden erfüllt die Stille der Dunkelheit. In der Ferne ist das Aufbrausen eines Motorrads zu hören. Die Sichel des Mondes liegt wie eine Reisschale über den Hügeln. Mehr und mehr Jeepneys und SUVs kommen uns entgegen. Samstagabend ist Ausgehzeit. Wir treten ins Brew House ein. Drinnen geht es emsig zu und her und es ist etwas stickig, aber angenehm warm. Wir setzen uns an den letzten freien Tisch und suchen uns eines der leckeren Törtchen in der Auslage aus. Ich trinke eine hervorragende heisse Schokolade.

Am nächsten Morgen meint es das Schicksal gut mit uns. Kaum sind wir an der Busstation angekommen, fährt der Jeepney auch schon los. Wir dürfen auf dem Dach platz nehmen. Was für eine Fahrt! Was für ein Ausblick! Wir fahren zu einer der weltgrössten Reisterrassenformationen in Banaue und Batad. Hier einige Tipps zu deinem Aufenthalt in Banaue.

Unser bescheidenes Hotelzimmer im Morgenlicht

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