Bohol 1: Danao Beach, Balicasag, Virgin Island oder Sonnenuntergänge, Schildkröten und Abzocker

Weisser Strand, blauer Himmel, Palmen. Auf dem Wasser schaukeln Holzboote vor sich her. Ein erfrischender Wind bläst Landeinwärts auf die Veranda und lässt mich – trotz des heissen Wetters – erschaudern. Ausser eines Motorboots, des Klimpern eines Mobilees aus geplätteten Glasfläschchen und dem Aufeinanderschlagen der Billiardkugeln auf dem Spieltisch hinter mir, ist nichts zu hören. Es ist Mittagszeit am Danao Beach auf Panglao, einer Bohol vorgelagerten Kleininsel. Alles scheint still zu stehen.

Anders am benachbarten Alona Beach, wo wir einen Grossteil des Vortags verbracht hatten. Buntes Treiben herrscht da. Ein Strandrestaurant reiht sich ans andere. Tourenanbieter versuchen, ihre Touren an den Mann zu bringen, Taucher watscheln in voller Monuter umher, blonde Schwedinnen und Australier bräunen sich am schmalen Strandabschnitt zwischen dem Wasser und der etwas erhöhten Fussgängerpromenade. Dazwischen Palmen und Mangroven.

Wir essen Lunch. Seafood Pasta und ein American Sandwich. Macht 900 Piso. Vor dem Hennan Resort finden wir den schönsten und saubersten Strandabschnitt vor. Das Wasser ist klar und hat – im Gegensatz zum Danao Beach – eine zum Baden angenehme Tiefe. Wir leisten uns einen Drink in der Bar des Hennan. Im Hintergrund läuft Minimal Electro und die Kellner stehen in chicer Uniform allezeit bereit. Zurück an unserem ruhigen Heimstrand geht langsam die Sonne unter. Ein Candle Light Dinner (zwar ohne Candle) im nahen Linaw wartet auf uns.

Frühmorgens krähen die Hähne. Zu Sonnenaufgang um 6 Uhr steht bereits das ganze Hotelpersonal in den Startlöchern. Wir holen unser Take Away Frühstück ab und waten einen gefühlten Kilometer hinaus in Richtung Boot, das uns nach Balicasag und Virgin Island bringen soll. Das Riff bei Balicasag ist in gutem Zustand, zumal es auch geschützt ist. Die grossen Boote dürfen nicht ankern und so werden wir von einem Guide in seinem kleinen Einbaum weitertransportiert. Wir sehen eine riesige Artenvielfalt an Fischen. Grosse, Kleine, Bunte, Graue, Dicke, Dünne, Schmal- und Breitflossige. Auch gibt es hier diese lustigen Fleischfresser-Muscheln, Trump Shells genannt, die einfach zuschnappen, wenn ein Fischchen ihrem Mund – ein rundes Loch von ca. 4 cm Durchmesser – zu nahe kommt. Und das Highlight: Wir sehen meine geliebten Meeresschildkröten. Elegant fliegen sie durch die Unterwasserwelt. Der einen kann ich meterweit nachschwimmen und sie bleibt immer unter mir, bis sie zum Luftholen an die Oberfläche kommt, ihren wunderschön braun getigerten Kopf aus dem Wasser reckt und dann gleich wieder abtaucht.

Auf Virgin Island verkaufen einige Männer Perlenohrringe. Wirklich wunderschön. Einer davon kommt auf mich zu und präsentiert sie mir. Doch ich sage „No, thank you“. Der Typ läuft neben mir her und zeigt mir, dass sie echt seien, indem er die Perlen an einer Muschelinnenseite reibt, die noch angewachsene Perlen in sich birgt. Trotzdem. Ich möchte keine kaufen. Die Sonne brennt auf den kleinen Flecken Sand inmitten des Meeres. Mit Bambus und ein paar Tüchern wurden einige Schattenfleckchen erschaffen, unter denen sich Kokosnussverkäufer drängen. Rolf kauft eine Kokosnuss für 50 Piso. Der Perlenverkäufer steht immer noch neben mir und fängt an, zu betteln. Ich solle doch bitte wenigstens die kleinsten, günstigsten kaufen. Er habe Hunger. Ich fühle mich richtig schlecht, wie ich da mit meiner 400-fränkigen Canon EOS 100D dastehe. Ich sage, ich würde es mir überlegen. Sein Vater tauche in Mindanao nach den Perlen und er mache Ohrringe daraus und verkaufe sie. Ich kaufe ein kleineres Paar für 200 Piso, umgerechnet 5 Franken. Zurück im Boot will ich unseren Fahrer fragen, ob die Männer, die diese Perlen verkaufen, tatsächlich so arm seien und erfahre unverblümt und direkt die Wahrheit. Alles nur ein Fake! Vorallen Dingen die Perlen. Wie kann man nur so unverschämt sein? War das vielleicht nicht das erste, sondern bereits das zehnte Mal, dass wir auf unserer Reise verarscht wurden? Waren am Vortag da draussen tatsächlich „many dolphins“ oder war vielleicht auch das ein „Fake“, um uns unser Geld aus der Tasche zu ziehen?

Die Sonne geht unter und taucht den Danao Beach in rötlich-gelbes Licht. Die Palmen wiegen sich im Wind. Der Tricycle Fahrer schnürt unser Gepäck auf den Träger hinter der Sitzbank. Auf gehts nach Tagbilaran, von wo wir das Inselinnere erkunden wollen.

 

    
    
    
 

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