Yunnan 5: Tiger Leaping Gorge – Trekkingbericht und Tipps

Die Sonne scheint warm auf den weichen Nadelboden des Wanderweges. Ein intensiver Duft nach Pinien liegt in der Luft. So intensiv wie ich ihn noch nie zuvor gerochen haben. Nicht in der Toscana und auch nicht in den Schweizer Alpen. Wir lassen den Blick über die felsige Schlucht hoch zu den beschneiten Spitzen des Jade Dragon Snow Mountain Massivs schweifen. Eine gewaltige Höhendifferenz, die ich so noch nie erlebt habe. Während unser Weg von 1800 M.ü.M. auf 2600 M.ü.M. und wieder hinunter auf 2400 M.ü.M. führt, ragt das Gebirge auf der anderen Seite der Yangtze Schlucht bis zu 5596 Meter in die Höhe. Die Baumgrenze liegt aufgrund des milden Klimas bei schätzungsweise 3000 M.ü.M., sodass wir über weite Teile des Weges durch Pinienwälder wandern. Da die meisten chinesischen Touristen den Bus zum Walnut Garden nehmen, einige Fotos knipsen und wieder abreisen, gehört die Wanderroute fast ausschliesslich den Westlern. Der Ansturm hält sich in Grenzen. Dennoch begegnet man immer wieder denselben Grüppchen Wanderfreudigen und es ist ganz schön, mal wieder ein paar Worte mit guten Englischsprechern zu wechseln (Tipps zur Kommunikation mit dem Chinesischen Volk kannst du hier nachlesen). Die Nacht verbringen wir im Tea Horse Guesthouse, das einen atemberaubenden Blick auf die steilen Felswände und die spitzen Wipfel der gegenüberliegenden Bergkette bietet. Nach einem leckeren Abendessen halten wir auf der weitläufigen Dachterrasse mit einer polnischen Familie ein Schwätzchen und fotografieren alle Stufen der untergehenden Sonne, deren Licht auf den Felswänden nach oben wandert.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zum Tina’s Guesthouse, wo unser Gepäck auf uns wartet. Bald führt der Weg entlang einer steilen Felswand, vorbei an einem Wasserfall und einem kleinen tibetisch-buddhistischen Felsentempel, aus dessen Innerem ein monotoner Sprechgesang begleitet von einer Rassel dringt. Ziegenhirten kommen uns auf dem schmalen Weg mit dutzenden meckernden Tieren entgegen. Der Abstieg ist steil und wir sind froh, als wir Tina’s Guesthouse erreichen, wo wir ein spätes Mittagessen geniessen.

Tipps:

  • Eine Busgesellschaft wählen, die mit einem der Guesthouses im gewünschten Zielort der Wanderung kooperiert (Für die middle tiger leaping gorge z.B. Tina’s Guesthouse, für den Walnutgarden Sean’s Spring Guesthouse). Der Bus lädt einen am Anfang der Schlucht aus und fährt das Gepäck ins besagte Hotel.
  • Für die 2-Tageswanderung bietet sich die von uns begangene Route an. Das Tea Horse Guesthouse liegt ungefähr auf halbem Weg und verkauft Bustickets für den Bus ab Tina’s Guesthouse nach Shangrila (oder zurück nach Lijiang).
  • Uns hat es so gut gefallen, dass wir im Nachhinein gerne einen Tag länger geblieben wären und bis zum Walnutgarden oder weiter gewandert wären. Man überlege sich daher, eine 3-Tageswanderung in Angriff zu nehmen.

Upper Gorge nach dem ersten Aufstieg

Der Weg führt durch eines der Naxi Dörfer in den Steilhängen der Schlucht

Ausblick vom Tea Horse Guesthouse Richtung Upper Gorge

Die Schatten wandern auf den steilen Felswänden Richtung Himmel

Middle Tiger Leaping Gorge. Eine meckernde Bande kommt um die Ecke.

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Wasser plätschert rauschend über die steile Felswand auf den Weg

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Tibetischer Felsentempel in der middle gorge

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